Rosalyn Tureck (* 14. Dezember 1914 in Chicago; † 17. Juli 2003 in New York City) war eine US-amerikanische
Konzertpianistin und Musikforscherin und galt zu Lebzeiten als „Hohepriesterin Bachs“.
Obgleich Tureck mit
Brahms' 2. Klavierkonzert op. 83 debütierte und in ihrer Frühzeit Musik der romantischen Komponisten Chopin, Liszt und den
Bach-Bearbeitungen
Busonis spielte, widmete sie sich seit ihrem 22. Lebensjahr zunehmend und bald sogar ausschließlich den Klavierwerken des Thomaskantors. Ihre eigentliche Karriere begann mit den legendären sechs New Yorker Klavierabenden, an denen sie sämtliche 48 Präludien und Fugen aus dem
Wohltemperierten Klavier und die kompletten
Goldberg-Variationen aufführte – auf dem modernen Konzertflügel. Damit stellte sich Tureck quer zur damals herrschenden und besonders von
Wanda Landowska beeinflussten Meinung, Bach sei nur auf dem Cembalo darstellbar.
In Deutschland wurde sie erst spät bekannt, vor allem durch Veröffentlichungen der Deutschen Grammophon: eine digitale Aufnahme der Goldbergvariationen und eine Mono-Aufnahme der 48 Präludien und 48 Fugen des Wohltemperierten Klaviers.
Tureck publizierte eine Einführung zu der Aufführungspraxis Bachs in drei Bänden bei Oxford University Press.
Glenn Gould bezeichnete ihren Interpretationsstil als vorbildhaft für seinen eigenen.